Cartago – Sehenswürdigkeiten in der Stadt und der Provinz

Mehr als 60% der costa ricanischen Bevölkerung leben im Ballungsraum des „Valle Central“ (Zentrales Hochland) mit dessen bedeutendsten Städten San José, Cartago, Heredia und Alejuela.

In diesem Beitrag möchte ich euch gerne meine neue Heimat – die Stadt Cartago – sowie ihre umliegende Umgebung, etwas näher vorstellen…

Geschichtliches

Nach der Entdeckung Costa Ricas durch die spanischen Konquistadores wurde Cartago in 1563 als erste spanische Siedlung im zentralamerikanischen Staat gegründet. Sie war in der Folge seit der Gründung bis 1821 (der Unabhängigkeit Costa Ricas) der Sitz des spanischen Gouverneurs – somit die Hauptstadt des Staates Costa Rica.

Im Jahr 1823 wurde San José – damals noch ein unbedeutendes Dorf – als neue Hauptstadt bestimmt. Dies, da Cartago leider immer wieder von Naturkatastrophen heimgesucht wurde. Der Ausbruch des Vulkans Irazú 1723 z.B. zerstörte die Stadt. Des weiteren fügten ihr starke Erdbeben in den Jahren 1822, 1841 sowie 1910 wie auch der erneute Ausbruch des Irazú 1963 erheblichen Schaden zu (Weitere Vulkane in Costa Rica).

Geografie und Wetter

Cartago befindet sich in etwa 24km südöstlich von San José auf einer Höhe von über 1’400m.ü.M. und am Fusse des höchsten Vulkan des Landes, genannt Irazú. Von San José aus kann man Cartago gut per Auto, Bus (Direktverbindungen) oder sogar per Zug (lies hier mehr zum Zug) besuchen. Die Stadt ist der Hauptort der Provinz Cartago.

Über das Wetter in Cartago und auch anderen Städten kannst du dich im Artikel über die Regenzeit in Costa Rica erkundigen.

Sehenswürdigkeiten auf Stadtgebiet

Basílica de Nuestra Señora de los Ángeles

Einer Überlieferung nach fand ein Ureinwohner-Mädchen am 02. August 1635 beim Sammeln von Brennholz eine Maria Statue mit dem Jesuskind auf einem Felsen im nahe gelegenen Wald. Das Mädchen beschloss diese nach Hause zu nehmen, wo sie ihren Fund in eine Box legte. Als sie die Figur am nächten Morgen betrachten wollte, war besagte Box leer. Beim erneuten Brennholzsammeln im Wald fand das Mädchen die Statue an demselben Ort, wie am Tag zuvor. Perplex beschloss sie erneut die Statue mitzunehmen und einem Priester zu zeigen. Dieser hörte sich an was das Kind zu berichten hatte und behielt die Statue bei sich. Am nächsten Morgen jedoch war sie wiederum nicht mehr am Ort vorzufinden, wo sie der Priester hingestellt hatte…

Auf der Fundstelle der „Negritta“ – wie die schwarze Figur auch liebevoll genannt wird – wurde die heutige Basilika erbaut. Die „Negritta“ wird seit des erwähnten Wunders als Schutzpatronin Costa Ricas verehrt, welches in einem Dekret festgehalten ist.

Als wichtigste Kirche Costa Ricas pilgern jedes Jahr am 02. August (und auch bereits vorher) abertausende Gläubige aus dem In- als auch Ausland in der sogenannten romería hierher. Viele jener nehmen einen Teil des beschwerlichen Weges auf ihren Knien kriechend auf sich.

Die Basílica de Nuestra Señora de los Ángeles ist somit die wichtigste Sehenswürdigkeit in Cartago.

Die "Romería" am 02.08. | Foto: Mario

Die „Romería“ am 02.08. | Foto: Mario

Las Ruinas de la Parroquia de Santiago Apóstol

Inmitten des Zentrums Cartagos befindet sich eine imposante Ruine, die neben der Basílica das Merkmal der Stadt ist.

Mit dem Baubeginn im Jahre 1575 hätte hier die Kirche des Apóstol Santiago entstehen sollen. Verschiedene schwere Erdbeben konnten den Willen der Bauherren zunächst nicht erschüttern, es wurde immer wieder neu aufgebaut. Wie lange der Bau auch andauerte, es gab immer wieder ein Erdbeben, welches die Konstruktion zerstörte oder schwer schädigte.

Im Jahr 1910 – dem Jahr des Santa-Monica-Bebens – entschloss man sich jedoch schlussendlich aufgrund der erneuten Schädigung doch den ewigen Bau nicht weiter zu verfolgen.

Heute lässt es sich gut im Park neben der Ruine sowie in der Ruine mit einem schönen Garten verweilen.

Präsidentenhaus

Im Stadtzentrum findest du ein im landestypischen Stil erbauten Wohnhaus, welches das zu Hause des costa-ricanischen Staatspräsidenten Jesús Jiménez Zamora (1823-1897) war.

Tipp: Im Tageslicht sieht dieses Gebäude eher unspektakulär aus. Ich empfehle, dass du dort nach Dämmerungseinbruch hingehst und es dir mit der Beleuchtung ansiehst.

Foto: Marc Tschallener

Haus des ehemaligen Staatspräsidenten Jesús Jiménez Zamora | Foto: Marc Tschallener

Lankaster Garden

Charles H. Lankaster war ein britischer Orcheologe, der sich dem Studium hiesiger Flora – speziell den Orchideen – widmete. Er gründete den Lankaster Garden auf seinem Grundstück 4km ausserhalb Cartago auf dem Weg nach Paraíso.

1973 wurde Lankaster’s Lebenswerk in die Obhut der Universidad de Costa Rica gegeben, welche ihrem Versprechen, das Grundstück als botanischen Garten weiter zu führen, nachkommt. Das Ziel der Universität ist die weitere Forschung der Flora als auch die Erhaltung der Biodiversität.

Die Anlage ist sehr schön angelegt, mir gefällt der japanische Garten sehr. Für Orchideenliebhaber ist der Besuch ein muss. Es gibt eine Tagestour ab San José, die, neben anderem, den Lankaster Garten beinhaltet. Mehr Informationen dazu hier.

Paseo Metropoli

Auch für Shopper gibt es etwas, eine Mall. Die „Paseo Metropoli“ lädt am Stadteingang von San José herkommend zum Verweilen wie auch dem Fröhnen des Konsumrausches ein. Dieses Einkaufszentrum, wie alle anderen im Land, bietet neben Läden und Restaurants meist auch ein Kino (Cinépolis; mit vielen Filmen in englischer Sprache) an.

Mercado Municipal de Cartago

Im hiesigen Markt findest du alles, was du im täglichen Leben so brauchst, mehrheitlich jedoch Nahrungsmittel. Solltest du diverse frische Früchte probieren wollen, so ist dies bestimmt ein Anlaufpunkt. Auch wenn du nicht mit der Intention etwas zu kaufen dort hin gehst, wirst du einen authentischen wie auch recht quirligen Betrieb wahrnehmen.

Er öffnet jeden Morgen ab 06.00 Uhr und schliesst von Montag bis Donnerstag jeweils um 18.00 Uhr, freitags und samstags um 18.30 Uhr sowie am Sonntag um 12.00 Uhr mittags.

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Sehenswürdigkeiten in der erweiterten Umgebung

Sanatorio Durán

Das Sanatorium wurde 1918 durch den Mediziner und ehemaligen Staatschef Costa Ricas, Carlos Durán Cartín (1852-1924), eröffnet und war mit damaliger Spitzentechnologie ausgerüstet. Es bot Platz für 300 Patienten und widmete sich der Behandlung von Tuberkulose.

Heute ist das Spital eine Ruine und unter der Bevölkerung ranken sich Geschichten über Geister der toten Patienten, welche nachts ihr Unwesen treiben. Für mich als Fan von solchen Dingen höchst interessant. Das Sanatorium befindet sich auf dem Weg zum Vulkan Irazú, 7km nördlich der Stadt Cartago.

Tipp: Falls möglich gehst du an einem Tag dorthin, der etwas dunkler, nebliger und vielleicht sogar regnerisch ist. Dies unterstricht die Stimmung meiner Meinung nach.

Wer Horrorfilme mag, wird das Sanatorio lieben…

Sanatorio Durán | Foto: Marc Tschallener

Sanatorio Durán | Foto: Marc Tschallener

Sanatorio Durán | Foto: Marc Tschallener

Sanatorio Durán | Foto: Marc Tschallener

Sanatorio Durán | Foto: Marc Tschallener

Sanatorio Durán | Foto: Marc Tschallener

Irazú

Cartago liegt am Fusse des Vulkans Irazú und ist sozusagen der Hausvulkan des Ortes. Von der Spitze des Vulkanes aus kannst du an ganz klaren Tagen den Pazifik wie auch die Karibische See sehen.

Tipp: Am besten planst du den Besuch des Nationalparks Irazú für einen Vormittag ein. Der vermeindliche Berg im Norden der Stadt mit den Sendeantennen auf dem Gipfel, dies ist der Vulkan. Sollte dessen Spitze bewölkt sein, so macht es eher keinen Sinn den Weg hinauf zum Krater auf sich zu nehmen.

Details zum Vulkan Irazú

Lies hier mehr über Costa Rica’s Vulkane und schauh auch, ob ein Tagesausflug von San José aus sinnvoll ist.

Foto: Marc Tschallener

Vulkan Irazú | Foto: Marc Tschallener

Ruine Ujarrás

Die erste koloniale Kirche Costa Ricas wurde während des 17. Jahrhunderts erbaut. Sie war von grosser Bedeutung bis 1833, in welchem Jahr sie nicht mehr weiter benutzt wurde. Zwischen 1832 und 1833 war das Gelbfieber im Tal weit verbreitet, weshalb der grösste Teil der Bevölkerung in ein höher gelegenes Gebiet emigrierte – dem heutigen Paraíso.

Die Ruine ist ein nationales Denkmal.

Ruine Ujarrás | Foto: Marc Tschallener

Ruine Ujarrás | Foto: Marc Tschallener

Ruine Ujarrás | Foto: Marc Tschallener

Ruine Ujarrás | Foto: Marc Tschallener

Kirche Orosi

Das Orosi-Tal ist eine der ältesten Siedlungen Costa Ricas. Bevor die Spanischen Eroberer sich im Tal einfanden, wurde es von Ureinwohnern bewohnt, welche du noch heute dort siehst.

Die kleine Kirche mit Baujahr 1735 wird noch heute für Messen benutzt. Es ist eine der ältesten noch intakten Bauten aus der Zeit der Conquistadores hier in Costa Rica und wurde im Kolonialstil erbaut.

Im Nebengebäude befindet sich ein kleines Museum.

Mehr über Orosi erfahren.

Kirche Orosí | Foto: Marc Tschallener

Kirche Orosi | Foto: Marc Tschallener

Staumauer in Cachí

Costa Ricas Stromproduktion aus Wasserkraft macht über 60% der Gesamtstromproduktion aus. Die Schweiz Zentralamerikas wird somit seinem Namen als „grünes“ Land gerecht. Im kleinen Örtchen Cachí im Orosital kannst du eine Staumauer besichtigen, welche zu eben dieser Produktion beiträgt.

Eine kleine Brücke führt vor dem Staudamm über ein Tal, von welcher aus du das Wasser aus der Staumauer entweichen sehen kannst. Wenn du dich auf die andere Seite der Brücke begibst und ins Tal hinunterblickst, kannst du die ungeheure Gewalt des Wassers erahnen.

Übrigens, die Brücke ist eine ziemlich abenteuerlich vibrierende und sich bei Verkehr bewegende Angelegenheit mit einem Spalt von ca. 5cm in der Mitte.

Staudamm von Cachí | Foto: Marc Tschallener

Staudamm von Cachí | Foto: Marc Tschallener

Staudamm von Cachí | Foto: Marc Tschallener

Staudamm von Cachí | Foto: Marc Tschallener

Monumento Nacional Guayabo

Die 3’000 Jahre alte Siedlung ist eine archäologische Ausgrabungsstätte in der Nähe von Turrialba. Lies unseren ausführlichen Bericht darüber: Zum Artikel.

Nationalpark Tapantí

Der Nationalpark liegt in der Nähe von Orosi und bietet mehrere Wege zum Wandern. Mehr lesen…

In und rund um Cartago

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Marc Tschallener

Meine Frau und ich wohnen seit Dezember 2014 in der Stadt Cartago im Zentraltal Costa Ricas. Was für meine Frau eine Rückkehr in ihr Heimatland, ist für mich eine Auswanderung aus der Schweiz nach Zentralamerika. Hier arbeite ich im Tourismus-Bereich, in einer erfolgreichen Destination Management-Agentur.

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