Traditionen in Costa Rica

3 Traditionen costa-ricanischer Art die du gesehen haben musst

Als Tourist solltest du neben der schönen Natur auch ein wenig an der Tradition Costa Ricas interessiert sein. Es lohnt sich, versprochen.

Nachfolgend möchte ich dir drei Events vorstellen, die du hier in Costa Rica erleben kannst und die du in Europa so sicher nicht finden kannst.

Romería nach Cartago (Wahlfahrt)

Das spanische Wort für Wahlfahrt heißt Romería und es beschreibt einen Event, bei dem Pilger einen bestimmten Ort aufsuchen. Gemäß Wikipedia stammt das Wort von Romero ab, welches wiederum eine Person beschreibt, die nach Rom pilgert. Lies das aber am besten bei Wikipedia nach, sollte dich das mehr interessieren.

In Costa Rica finden jedes Jahr zahlreiche Romerías statt. Die bedeutendste ist jedoch diese nach Cartago. Schätzungen zufolge sollen jedes Jahr bis zu 2 Millionen Menschen am 2. August nach Cartago pilgern (Angabe von Sistema de Información Cultural de Costa Rica). Viele machen die Reise auch erst am 3. oder 4. August, um den Menschenmassen auszuweichen (vor allem auch wenn die Tage auf ein Wochenende fallen).

Die „echte“ Romería wird dabei von San José her gegangen. Das sind ca. 22 km. Viele Ticos starten aber auch einfach von ihrem Ort, unabhängig davon, ob dieser näher oder weiter weg ist. Einige Leute sind sogar mehrere Tage unterwegs und legen hunderte von Kilometern zurück. Selbst aus Panama und Nicaragua kommen einige Pilger.

Ein Spektakel ist das allemal, da diese Menschenmenge allesamt zur Basilíca de los Ángeles pilgert. Für nicht religiöse Menschen sind auch die einzelnen Bräuche sehr interessant. So gibt es etwa bei der Basilíca zwei Eingänge – einer davon wird nur auf den Knien gehend betreten.

Um ein besseres Bild davon zu bekommen, was da so abläuft, schau dir das nachfolgende Video an:

Über die Basilíca hat Marc bereits ausführlich in seinem Artikel Sehenswürdigkeiten von Cartago berichtet. Hast du es gesehen?

Tope Nacional in San José

Ein weiterer Anlass von nationalem Ausmaß ist der Tope Nacional in San José, der jeweils nach Weihnachten stattfindet (26. Dezember). Doch Moment… was ist eigentlich ein Tope?

Die Seite detope.com beschreibt es so: „Als Teil der nationalen Folklore, ist der Tope der Höhepunkt für die Freunde des Reitsports.“

Der Tope Nacional ist zwar der größte Anlass seiner Art aber längst nicht der Einzige. Sehr viele Orte veranstalten ihren eigenen Tope, das zeigt auch ein Blick in die Agenda.

Bei einem Tope wird eine Route durch einen Ort festgelegt und Pferdebesitzer können dann diese Route ablaufen. Am Straßenrand stehen, im Falle des Tope in San José, tausende von Zuschauern und jubeln den Reitern zu. Es versteht sich von selbst, dass dabei getrunken wird und generell Partystimmung herrscht 😉

Beim Tope Nacional nehmen mittlerweile über 5’000 Reiter teil. Für den Zuschauer bedeutet dies eine nicht enden wollende Parade. Das musst du sehen!

Hier einige Impressionen:

Und hier noch ein passendes Video dazu:

Zugegeben, ich habe vom Reiten und von Pferden keine Ahnung. Aber jeder wird natürlich sofort sehen, dass das eine oder andere Pferd hier ziemlich gut trainiert wurde. Den Reitern geht es definitiv darum, das zu zeigen.

Toros bei den Fiestas de Zapote

Den wohl verrücktesten Event, den du in Costa Rica finden kannst, habe ich bereits in einem vorherigen Artikel erwähnt (siehe Kurioses aus Costa Rica). „Toros a la tica“ nennen sich die Stierkämpfe Costa Ricas. Aber keine Angst, das hat nichts zu tun mit der spanischen Tradition.

Im Gegensatz zum traditionellen Stierkampf, sind hier die Stiere nicht gefährdet. Im Gegenteil, diese werden gefeiert und die Verletzten sind in der Regel einige Ticos, die nicht schnell genug waren.

Hier ist das Rezept für einen Stierkampf in Costa Rica:

Man nehme

  • 50 verrückte Ticos
  • 1 Stier

und man mixe alles zusammen in einer Arena voller Zuschauer auf den Rängen…

Das Resultat ist ein wilder Stier, der auf eine Gruppe von Leuten zu rennt und gnadenlos umhaut, was ihm in den Weg kommt.

Das Ganze wird dann mit kleinen Spielen aufgefrischt, damit es für die Zuschauer und die Freiwilligen interessant bleibt. So wird zum Beispiel ein Preisgeld an den Hörnern des Stier festgemacht und wer es schnappen kann, darf es behalten. Dazu gibt es neben den Freiwilligen, auch professionelle Akteure. Diese springen dann über einen auf sie zu rennenden Stier und ähnliche Späße.

Auch die „Toros a la tica“ gibt es jedes Jahr an verschiedenen Orten. Aber auch hier findet der größte Event in San José statt oder in Zapote, um genau zu sein. Um die Arena gibt es ein großes Festgelände, wo die Fiestas de Zapote stattfinden. Dort gibt es neben der Arena auch Bars, Restaurants, Discos, Karussells und andere Fahrgeschäfte. Das Fest findet jeweils zwischen Weihnachten und Neujahr statt und wird ebenfalls von vielen tausend Ticos und Touristen besucht.

Auch zu diesem Event costa-ricanischer Art dürfen natürlich einige Bilder nicht fehlen:

Und auch ein Video dazu:

Du siehst also… andere Länder, andere Sitten! Vor allem die Sache mit den Stieren ist definitiv mal was anderes. Irgendwie erfrischend, dass sich die Tiere hier einmal revanchieren dürfen 😉

Was sagst du zu den Traditionen hier in Costa Rica? Warst du schon einmal an einem der Events? Sags uns in einem Kommentar!
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Dani Schenker

Ich lebe seit Januar 2008 in Costa Rica, seit 2013 sogar ganz offiziell, mit Aufenthaltsbewilligung und alles was dazu gehört. Meinen Lebensunterhalt verdiene ich mit diversen Internetdienstleistungen. Ich wohne mit meiner Familie in Paraíso, in der Nähe von Cartago.

2 Antworten
  1. Alexandra
    Alexandra says:

    Oh, jetzt bin ich aber froh, als ich das mit den Stieren gelesen habe. Ich bin ein grosser Tierfreund und die Stierkämpfe sind mir schon lange ein Dorn im Auge. Noch ein Grund, mich auf Costa Rica zu freuen, weil sie eben nicht solche Stierkämpfe machen. TOP

    Antworten
    • Dani Schenker
      Dani Schenker says:

      Da stimme ich dir zu, Alexandra. Die traditionellen Stierkämpfe finde ich auch sehr unverständlich. Ein Freund von mir hat zwar angemerkt, dass das hier in Costa Rica für die Stiere auch sehr stressig sei. Man könnte also hier sicher auch Argumente dagegen finden. Ich sage aber auch „Mal ehrlich, so ein Stier freut sich doch sicher auch, wenn er mal jemanden auf die Hörner nehmen kann“ 😉

      Antworten

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