Öffentliche Verkehrsmittel in Costa Rica

Ob Reisender oder Auswanderer, die öffentlichen Verkehrsmittel in Costa Rica stellen eine echte Alternative zum eigenen Auto dar.

Doch welche Transportmittel sind vorhanden und wie funktionieren diese?

In diesem Artikel zeigen wir dir alles, was du über den öffentlichen Verkehr in Costa Rica wissen musst.

Allgemeine Lage des öffentlichen Verkehrs

Der öffentliche Verkehr in Costa Rica ist grundsätzlich ziemlich gut ausgebaut. Problematisch sind aber die schlechten Straßenzustände, sowie die vielen Engpässe im Straßensystem (vor allem im Zentraltal). Leider gibt es diverse Orte, die nur über eine einzige Straße zugänglich sind. Entsprechend wird es zu den Stoßzeiten zu Staus kommen.

Zur Fortbewegung in Costa Rica wirst du im öffentlichen Verkehr vor allem auf Busse treffen. Aber auch Züge, Schiffe und Flugzeuge kommen zum Einsatz. Metro und Straßenbahnen gibt es nicht.

Welche Transportmittel gibt es?

Die folgenden Transportmittel kommen in Costa Rica zum Einsatz:

  • Lokale Busse – Das Hauptverkehrsmittel ist der Bus. Im lokalen Bereich gibt es unzählige Verkehrsunternehmen.
  • Langstreckenbusse – Die Langstreckenbusse werden auch sehr gern von Touristen genutzt. Sie verkehren zum Teil zwischen größeren Bus-Terminalen.
  • Fähren/Schiffe – In Costa Rica gibt es mehrere Fähren. Einige kleinere Orte sind zum Teil ausschließlich via Boot erreichbar.
  • Inlandsflüge – Costa Rica verfügt über mehrere nationale und internationale Flughäfen.

Kosten öffentlicher Verkehr

Im Vergleich zu Europa ist der öffentliche Transport in Costa Rica sehr günstig. Die meisten Busse, die lokal  (z.B. innerhalb San José) verkehren, kosten zwischen 0,3 bis 1 € pro Fahrt. Für ca. 10 € erreichst du ab San José fast jeden beliebigen Ort in Costa Rica mit einem Langstreckenbus.

In Costa Rica gibt es keine Abos, wie man das aus Europa kennt. Zum einen gibt es unzählige Transportunternehmen, die koordiniert werden müssten und zum anderen ist auch die entsprechende Infrastruktur nicht vorhanden. Konkret bedeutet das, dass du jede Fahrt einzeln bezahlen musst.

„Tickets“ gibt es bei lokalen Bussen keine. Bezahlt wird immer beim Einsteigen direkt beim Fahrer. Für Langstreckenbusse können Tickets schon vorab gekauft werden. Einige Transportunternehmen bieten sogar Ticketkauf via Internet an.

Lokale Busse

Die lokal verkehrenden Busse sind das mit Abstand am meisten genutzte öffentliche Verkehrsmittel in Costa Rica. Das Ganze funktioniert dabei so anders als in Europa, dass es schon fast kurios wird.

  • Die meisten Busse haben nur einen Tarif! Das heißt, du bezahlst den gleichen Preis, egal ob du bei der ersten Station einsteigst und bis zur Endstation fährst oder ob du nur für 3 Stationen sitzen bleibst.
  • Der Fahrpreis wird in der Regel groß angezeigt, zumeist an der Frontscheibe oder innen über dem Fahrer.
  • Du bezahlst im Bus. Der Fahrer ist auch gleich der Kassierer. Bezahle wenn möglich mit Münzen (genauer Fahrpreis) oder mit möglichst kleinen Scheinen.
  • Es gibt nur bei der ersten Station einen Fahrplan, der Rest ist Glücksache… Sprich, es ist abhängig vom Verkehr, um welche Zeit der Bus an deiner Haltestelle auftaucht.
  • Die Strecke ist festgelegt, jedoch wirst du bei den allerwenigsten Unternehmen eine Website finden, wo die Fahrstrecke einsehbar wäre.
  • Viel genutzte Buslinien verfügen über Busse alle paar Minuten.

Zu Beginn wird dir das Transportsystem in Costa Rica komplett chaotisch vorkommen (und nach einigen Jahren auch noch)… Es gibt hier keine Abkürzung. Du musst quasi einfach Leute nach dem Weg fragen, den Fahrer fragen, ob er an einem bestimmten Ort durch fährt oder nicht und du musst herausfinden, welche Kombination von Bussen dich an dein Ziel bringen können.

Achtung: Bleib nie in der Lichtschranke am Ein- oder Ausgang stehen! Diese Dinger zählen, wie viele Leute ein- und aussteigen. Die Busfahrer müssen dann am Ende ihrer Schicht das Geld abliefern und das sollte ungefähr mit der Anzahl Fahrgäste übereinstimmen. Sollte das nicht der Fall sein, bekommen die Fahrer Problem. Darum können sie sich auch mal ganz schön aufregen.

Lokaler Bus in Costa Rica

Lokaler Bus „San José – Heredia“ | © Kars Alfrink

Weitere Tipps zum Busfahren:

  • Hin und wieder steigen Leute ein, die etwas verkaufen möchten. Oft sind es ehemalige Drogensüchtige oder Leute, die jemanden mit einer schweren Krankheit in der Familie haben. Offiziell ist das zwar nicht erlaubt, die meisten Busfahrer lassen es aber zu. Niemand ärgert sich, wenn du nichts kaufst. Auf der anderen Seite freuen sich diese Leute auch, wenn du ihnen einfach nur 100 Colones gibst.
  • Ältere Leute und Frauen mit Kindern auf dem Arm lässt man grundsätzlich sitzen. Sollte klar sein 😉
  • Die Ticos setzen sich nicht gern am Fenster. Die, die allein sitzen, machen dir aber jederzeit Platz, damit du den Fensterplatz nehmen kannst.
  • Solltest du am Fensterplatz sitzen und musst raus, ist es gut möglich, dass dein Sitznachbar nicht aufsteht, sondern nur die Beine zur Seite schiebt und dich so aufstehen lässt. Das musst du einfach akzeptieren.
  • Wenn du raus musst, hast du 3 Möglichkeiten. Im Bus hat es immer jeweils Knöpfe zum drucken oder eine Leine, an der du ziehst. Sollte keines der beiden in deiner Nähe sein, rufst du zum Fahrer „Parada“ (Haltestelle), das funktioniert auch.

Taxi

Die Taxis gehören für viele Ticos zur alltäglichen Fortbewegung. Taxifahren ist ebenfalls sehr günstig, im Vergleich zu Europa. Im Moment beginnt die Fahrt bei 630 Colones (ca. 1,10 €) und erhöht sich dann nach einigen hundert Metern im 20 Colones Schritt.

Eine Fahrt über 10km kostet etwa 5’000 Colones, also etwa 8,30 €. Für Touristen bedeutet das, dass man auch problemlos mal eine weitere Strecke mit dem Taxi überbrücken kann, ohne gleich pleite zu gehen.

Taxis erkennst du in Costa Rica an der roten Farbe, dem Nummernschild, dem gelben Taxi-Zeichen auf dem Dach sowie der Kennzeichnung auf der Fahrertür. Der Zähler im Taxi wird in Costa Rica als „Maria“ bezeichnet. Sorge unbedingt dafür, dass der Fahrer die „Maria“ startet, wenn du einsteigst. Mit vielen Fahrern kannst du auch einen festen Preis aushandeln. Das solltest du aber nur machen, wenn du dich schon auskennst und die Preise kennst.

Im Weiteren gibt es in Costa Rica auch viele inoffizielle Taxis. Diese sind eigentlich nicht legal, es wird aber äußerst selten dagegen vorgegangen. Du triffst vor allem bei Supermärkten auf solche. Diese Art Taxis werden hier „Pirata“ genannt, also Piraten. Auch diese solltest du nur dann in Anspruch nehmen, wenn du einen guten Deal machen kannst, da diese bestimmt nicht über einen Zähler verfügen.

Langstreckenbusse

Wenn du größere Strecken überbrücken möchtest, also zum Beispiel ab San José zu den beliebten Urlaubsorten wie Manuel Antonio, Jacó, Monteverde, La Fortuna oder Puerto Viejo, kannst du dies am besten im Langstreckenbus machen.

Diese Busse unterscheiden sich im Wesentlichen von den lokalen Bussen durch die folgenden Eigenschaften:

  • Sitzplätze sind reservierbar (teils online).
  • Oft sind die Busse etwas neuer als im lokalen Verkehr.
  • Deutlich weniger Haltestellen.
  • Genauere Fahrpläne.

Auch hier gibt es wieder unzählige Transportunternehmen, die zum Teil nur zwischen zwei Orten verkehren. Am besten suchst du hier ganz einfach via Google die entsprechende Website der Unternehmen.

Google Suche für Reservationen und Infos über Langstreckenbusse

Gib folgendes bei Google ein: tiquete bus „Ort 1“ „Ort 2“

Also zum Beispiel „tiquete bus san jose – manuel antonio“ für Tickets von San José nach Manuel Antonio.

Immer mehr Websites sind auch in Englisch verfügbar. Das sollte die Reservation online etwas erleichtern, falls du kein Spanisch sprichst (lerne Spanisch!).

Tipps zur Reise in Langstreckenbussen:

  • Geh zur Toilette vor Abfahrt. Es gibt wahrscheinlich etwa 4 Busse in Costa Rica, mit einer Toilette drin. Dazu machen die meisten keine Pause, da die Strecken relativ kurz sind.
  • Nimm etwas zu trinken mit. Nur wenn es viel Stau hat, wirst du mal die Chance haben, etwas unterwegs zu kaufen. Wenn der Verkehr nur schleichend voran geht, hat es Verkäufer, die davon profitieren wollen.
  • Behalte dein Gepäck im Auge. (Mir persönlich wurde, auf unzähligen Busreisen, noch nie etwas gestohlen. Aber es ist sicher nicht unmöglich.)

Zug

Vor wenigen Jahrzehnten gab es in Costa Rica mehrere Zuglinien und sogar Touristen haben sich auf diese Weise im Land bewegt. Heute gibt es leider nur noch ganz wenige Strecken, die für Urlauber nur begrenzt interessant sind.

Die Züge verkehren zum einen nur selten und zum anderen nur zwischen San José und Heredia, sowie zwischen San José und Cartago. Weitere Zugstrecken sind allerdings geplant, respektive sollen wieder eröffnet werden.

Lies alles zum Zugverkehr in Costa Rica hier.

Fähren / Schiffe / Boote

In einem Land mit so viel Küste überrascht es wenig, dass man sich auch auf dem Wasser fortbewegen kann. Ab Puntarenas verkehren etwa drei Fähren, zwei zur Halbinsel Nicoya und eine zur Isla del Coco.

In Costa Rica gibt es diverse Orte, die nicht durch Straßen erschlossen sind. Die meisten davon sind abgelegene Orte mit ausschließlich indigener Bevölkerung. Mit dem Tortuguero Nationalpark ist aber auch ein sehr bekannter und oft besuchter Ort dabei, der auch sehr viele Touristen anzieht. Diese Orte sind nur mit kleinen Booten erreichbar. Auch den Corcovado Nationalpark erreichst du über dem Wasserweg.

Boote Costa Rica

Transport im Boot | © NH53

Inlandsflüge

Wer über das entsprechende Budget verfügt, kann auch per Flugzeug in Costa Rica reisen. Der große Vorteil ist dabei, dass du dem extremen Verkehrsaufkommen im Zentraltal entfliehen kannst. Falls du also nur ganz wenig Zeit hast, könnte das die beste Lösung sein, um dennoch möglichst viel vom Land zu sehen.

Die Preise sind jedoch höher als etwa Kurzstreckenflüge in Europa mit Billigairlines.

Alle Details dazu, welche Airlines es gibt und welche Ziele angeflogen werden findest du in diesem Artikel: Inlandsflüge Costa Rica

Fazit

Abgesehen von den Inlandsflügen kannst du Costa Rica im öffentlichen Verkehr sehr günstig bereisen. Aber auch für den einen oder anderen Auswanderer sind die ÖV’s sicher interessant. Lies etwa Marc’s Erfahrungen zu seinem Arbeitsweg von Cartago nach San José.

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Dani Schenker

Ich lebe seit Januar 2008 in Costa Rica, seit 2013 sogar ganz offiziell, mit Aufenthaltsbewilligung und alles was dazu gehört. Meinen Lebensunterhalt verdiene ich mit diversen Internetdienstleistungen. Ich wohne mit meiner Familie in Paraíso, in der Nähe von Cartago.

2 Antworten
  1. Gregor
    Gregor says:

    Hallo, möchte von San Jose Flughafen mit dem Bus nach Paso Canoas an die Grenze zu Panama fahren.
    Ich lande am 05.07.2017 um 13:00 Uhr in San Jose. Wie und Wo finde ich den Bus mit dem ich fahren kann.
    Herzlichen Dank für eine Antwort……..Gregor

    Antworten
    • Dani Schenker
      Dani Schenker says:

      Hallo Gregor,

      Busse nach Paso Canoas fahren ab dem „Tracopa Terminal“. Der Flughafen liegt etwas 20km ausserhalb von San José (nordwestlich). Das Terminal liegt im südlichen Bereich von San Jose. Ich empfehle dir ein Taxi zu nehmen beim Flughafen. Denn mit den ÖV’s musst du etwa 3 Mal umsteigen, um zum Terminal zu kommen. Wenn du dich da nicht auskennst wird das sehr schwierig.

      Der Bus nach Paso Canoas kostet 7805 Colones. Mehr Infos findest du auf der Website von Tracopa: http://www.tracopacr.com/rutas-y-horarios

      Der letzte Bus am 5.7. fährt um 18:40. Das sollte also gut reichen. Du kannst entscheiden, ob du der Küste entlang fährst oder über die Berge (Cerro de la Muerte). Zeitlich wird es über die Berge minimal länger dauern.

      Pura vida!
      Dani

      Antworten

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