In Costa Rica gibt es doch den einen oder anderen Feiertag sowie verschiedene kulturelle Veranstaltungen. Finde im Folgenden unsere Übersicht in einem Veranstaltungskalender. Zur direkten monatlichen Übersicht gelangst du hier:

Die Einwohner Costa Ricas, die Ticos, lieben ihr Land, die Kultur und das Feiern. Neben Feiertagen, die auch wir in Zentraleuropa kennen, gibt es ganz spezifische sowie religiöse Festivitäten, welche in Costa Rica durchaus anders oder ausgedehnter zelebriert werden als du es kennen könntest.

Folgend also eine Übersicht pro Monat des Jahres.

Januar

1. Januar – Neujahr

An Neujahr bleiben verschiedene öffentliche Institutionen geschlossen. Ansonsten ein Feiertag, wie du ihn auch in Mitteleuropa nach Silvester kennst.

Zwischen 2. und 3. Januarwoche – Las Fiestas de Palmares

Da die Schulferien in Costa Rica von Dezember bis Teile des Februars reichen, nimmt der Tico die „Fiestas de Palmares“ als ein Endjahr-Event wahr. Es ist jedoch so, dass das größte Volksfest in Costa Rica zwischen der 2. und 3. Januarwoche in Palmares stattfindet.

Ursprünglich wurde das Fest ins Leben gerufen, um das Weiterentwickeln der Region mit Mehreinnahmen zu unterstützen. In der Folge wurde das Fest größer und größer und nach offiziellen Angaben vereinen sich jährlich um die 1,5 Mio. Menschen in Palmares.

Februar

Im Februar finden keine kulturellen Events statt, außerdem gibt es keine Feiertage.

März / April

Semana Santa – Osterwoche

In Costa Rica feiert man die „semana santa“, also „heilige Woche“ oder Ostern je nach Jahr ca. Ende März / Beginn April oder halt zu Beginn des Monats April. Obwohl von einer Woche die Rede ist, bedeutet es jedoch nicht, dass alle die ganze Woche freihaben. Meist sind die beiden Tage Gründonnerstag sowie Karfreitag für die Einheimischen Feiertage. Die öffentlichen Angestellten haben die ganze Woche frei und Schulen schließen auch von Montag bis Freitag.

Die Osterwoche ist neben Weihnachten in Costa Rica aufgrund der meist katholischen Wohnbevölkerung von religiösen Traditionen geprägt. Viele Aktivitäten und Zeremonien in dieser Zeit widmen sich der Nachstellung der letzten Tage im Leben von Jesus. Sogenannte Prozessionen kannst du an verschiedenen Orten sehen, einer der besten hierfür ist jedoch Cartago.

Was dir bewusst sein sollte und wir daher an dieser Stelle gerne erwähnen; viele Familien in Costa Rica nehmen verbleibende 3 Tage Ferien, was zu einem starken lokalen Tourismus führt. In etwa so wie das jährlich wiederholende Schauspiel des Verkehrsstaus am Gotthard vom Norden in den Süden in der Schweiz. Es ist also so, dass neben der Hauptsaison viele Menschen unterwegs sind. Dies kann dazu führen, dass Hotels und Strände voll sind, außerdem steigen die Preise um ein Mehrfaches an, wenn du zu jener Zeit reisen möchtest.

Lies hier warum du in der Grünen Saison reisen solltest.

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11. April – Tag des „Juan Santamaría“

Der 11. April ist dem Nationalhelden, Juan Santamaría, gewidmet. Es wurde überliefert, dass Juan Santamaría am 11. April 1856 in der Schlacht von Rivas der entscheidende Faktor darstellte, nordamerikanische Eindringlinge unter William Walker zurückzuschlagen. Diese hatten versucht, Mittelamerika zu erobern, wogegen sich die Costa Ricanische Armee stellte. Santamaría war ein Trommler in der Armee, der das Haus, in dem sich die Angreifer verschanzt hatten, anzündete. Dies führte zum Rückzug der Bewegung.

Gleichzeitig aber verlor Santamaría am 11. April 1856 sein Leben. Daraufhin wurde er als Volksheld gefeiert und dies bis zum heutigen Tag.

Dem aus Alajuela stammenden Soldaten wurde eine Statue erbaut, außerdem tragen das Museo Histórico Cultural Juan Santamaría als auch der größte internationale Flughafen Juan Santamaría (Finde hier die Übersicht über Direktflüge ab Europa nach Costa Rica) in der Nähe von San José seinen Namen.

Statue des Volkshelden Juan Santamaría
Statue des Volkshelden Juan Santamaría in Alajuela | Foto: Wikipedia

Mai

1. Mai – Día Internacional del Trabajo – Tag der Arbeit

Wie in vielen Ländern weltweit auch, feiern die Ticos den Tag der Arbeit damit, dass sie nicht arbeiten.

Es gibt den einen oder anderen, der heute nicht mehr weiß, worum es am „Tag der Arbeit“ eigentlich geht. Geschichtlich ist dies aber durchaus interessant, ging es und geht es doch um die Verbesserung der Arbeitsrahmenbedingungen der Arbeiterklasse, welche ihre Ziele gegenüber den Arbeitgebenden durchsetzen wollen. Wer weiß, ob irgendwann die 4-Tage-Woche in Costa Rica ein Thema werden wird. Lies hier mehr zum Arbeiten als Expat in Costa Rica. Größe Demonstrationen wie etwa in europäischen Ländern sind an diesem Feiertag nicht die Regel, wohl eher eine Ausnahme. In Costa Rica benötigt man für Demos nämlich keinen bestimmten Tag, sondern lebt die Streikkultur, wenn etwas ansteht.

Juni

Im Monat Juni finden keine kulturellen Feierlichkeiten statt und es gibt keine Feiertage.

Juli

25. Juli – Anexión del Partido de Nicoya – Annexion von Guanacaste

Dieser Feiertag ist für ganz Costa Rica ein wichtiger, mehr aber in der Provinz Guanacaste. Ein Teil der Provinz gehörte ursprünglich zum Nachbarland Nicaragua. Die Rede ist von Nicoya. Es ist jedoch so, dass sich „el partido de Nicoya“ dem Costa Ricanischen Staat am 25. Juli 1824 anschloss. Am 25. Juli finden im ganzen Land und mehrheitlich in Guanacaste daher Feierlichkeiten zur Angliederung statt – traditionelle Tänze in landesteiltypischen Kleidern.

Costa Rica hat durch die Annexion die nordwestliche Halbinsel in der Provinz Guanacaste mit traumhaften Stränden an jenem Tag hinzugewonnen. Falls du die ganze Geschichte nachlesen möchtest, findest du alles auf Spanisch in dem folgenden Wikipedia Artikel beschrieben: Link jetzt auf Wikipedia lesen.

Sandstrand in Costa Rica
Sandstrand in Costa Rica | Foto: Unsplash

August

2. August – Día de La Señora de los Ángeles

Der Tag der „Señora de los Ángeles“ oder auch liebevoll „Negrita“ genannt, wird jedes Jahr am 2. August gefeiert, und zwar seit 1821. Im Vorfeld findet die sogenannte „romería“ von San José oder noch weiter her nach Cartago in die Basílica de Nuestra Señora de los Ángeles statt, welche ihren Höhepunkt eben am 2. August hat. Es handelt sich um einen Pilgergang von tausenden von Gläubigen jedes Jahr zur Negrita, welche per Dekret die Schutzpatronin Costa Ricas darstellt.

Die Geschichte der Negrita haben wir textlich bereits im Beitrag zu den Sehenswürdigkeiten in Cartago verarbeitet. Lies hier mehr darüber.

Basílica Nuestra Señora de Los Ángeles, Cartago, Costa Rica
Foto: Marc Tschallener

15. August – Día de La Madre – Muttertag

Muttertag findet in Costa Rica immer am 15. August statt und fällt dieser Tag auf einen Arbeitstag, so ist jener arbeitsfrei. Zelebriert wird die Mutter und viele gehen fein essen und genießen den Tag ausgiebig.

Es ist auch so, dass im Grundsatz der Muttertag wohl von „Maria Himmelfahrt“ abgeleitet wurde, dieser Feiertag findet nämlich an demselben Tag statt.

September

15. September – Día de Independencia de Costa Rica – Unabhängigkeitserklärung Costa Ricas

Es ist selbstredend, dass die Unabhängigkeitserklärung Costa Ricas vom spanischen Reich einer der wichtigsten Daten des Kalenders im Jahr ist. Die Unabhängigkeitserklärung fand aber nicht nur in Costa Rica, sondern in anderen zentralamerikanischen Ländern praktisch gleichzeitig statt – Guatemala und Nicaragua zum Beispiel.

Am 15. September erreicht eine Fackel, die dem Symbol der Unabhängigkeit dient, in Cartago, Costa Rica. Sie startet traditionellerweise in Guatemala und schließt in Costa Rica ab. Das ganze Land bereitet sich auf diesen Feiertag vor, der arbeitsfrei ist und von verschiedenen Feiern umrahmt wird. Der Höhepunkt ist jedoch die erwähnte Ankunft der Fackel in Cartago und eine Rede des Präsidenten.

Interessant: Panama zählt heute auch zu Zentralamerika. Dies war aber nicht immer so. Panama wurde nämlich im Jahr 1903 von Kolumbien unabhängig. Daher endet der Fackellauf auch in Costa Rica und nicht etwa in Panama.

Costa Rica’s grösste Flagge in Cartago | Foto: Marc Tschallener

Oktober

15. Oktober – Día Nacional de la Mascarada Costarricense – Der nationale Tag der Masken

Ich glaube, dass man den „Día Nacional de la Mascarada Costarricense“ mit dem Deutschen Fasching oder der Schweizer Fasnacht vergleichen könnte, gegebenenfalls auch mit dem US-amerikanischen „Halloween“ oder dem mexikanischen „Día de la Muerte“. Die Masken, welche Traditionsfiguren wie auch aktuell für Gesprächsstoff sorgende Persönlichkeiten aus Sport, Unterhaltung und Politik, abbilden können, werden in den Städten den Schaulustigen vorgeführt. Die Masken werden von Mitwirkenden der Parade auf überdimensionierten Körpern getragen. Teilweise neu gestaltet, aber auch Jahr für Jahr erneut verwendet, handelt es sich bei letzteren um die bekannten, wiederkehrenden Charaktere. Diese könnten zum Beispiel „El Diabolo“ (Der Teufel), „La Muerte“ (Der Tod) oder den „Padre sin Cabeza“ (Der kopflose Vater) umfassen.

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Der nationale Tag der Masken oder „Día Nacional de las Mascaradas Costarricenses“ in San José, Costa Rica | Foto: La Nacion

November

Im November finden keine Feierlichkeiten oder Feste statt, die Vorfreude auf eines der wichtigsten Ereignisse (fast) jeden Ticos – wenn nicht das wichtigste – steigt jedoch merklich an. Die Rede ist von Weihnachten. Es kann somit sein, dass im Monat November bereits Häuser für Weihnachten geschmückt sind.

Dezember

2. Samstag im Dezember – Festival de la Luz – Das Lichterfest

Mit vielen bunten Lichtern dekorierte Festwägen formen die Parade des „Lichterfestes“ oder eben Festival de la Luz. Erwähnte Parade führt durch die Hauptverkehrsadern der Hauptstadt, San José, durch den Paseo Colón. Die Farbgestaltung der Lichter mag für zentraleuropäische Verhältnisse zu farbenfroh, um nicht das Wort „kitschig“ verwenden zu wollen, anmuten. Es ist aber der perfekte Einstieg für die Bevölkerung sich auf die kommenden Weihnachten einzustimmen. Ein Warm-up sozusagen.

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Festival de la Luz in San José, Costa Rica | Foto: La Nacion

25. Dezember – Navidad – Weihnachten

Neben Ostern ist die Weihnachtszeit die wichtigste Zeit für alle Ticos zu feiern. Weihnachten wird in verschiedenen Weisen gefeiert, was von andächtig bis laut und ausgelassen in der Bandbreite sein kann. Wichtig ist aber auf alle Fälle, dass Weihnachten zusammen gefeiert wird, mit Musik sowie Speis und Trank. Speziell um Weihnachten kommen die Tamales, Queques Navideños und Rompope auf den Tisch.

Mehr zu Costa Rica’s Spezialitäten kannst du hier nachlesen.

Fahren die Busse an Weihnachten?

26. Dezember – Tope

Nach Weihnachten findet die größte Pferdeparade Costa Rica’s in der Hauptstadt San José statt. Es ist ein Schaulaufen von schönen Pferden, dient aber auch als wichtiger Event zum „Sehen und gesehen werden“. Wenn du somit Pferde magst und Paraden, vielleicht etwas für dich.

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Das Tope in San José, Costa Rica | Foto: Tico Times

Letzte Dezember-Woche – Fiestas de Zapote

Die Jahresend-Party in Zapote, im Osten San Josés, gehört zusammen mit der im Januar erwähnten „Fiestas de Palmares“ zu den größten Volksfesten in Costa Rica. Als letztes, und eigentlich gleichzeitig erstes Fest des Jahres, beinhaltet es die traditionellen Stierläufe und einen Jahrmarkt um das ganze Geschehen herum.

Gibt es Feierlichkeiten, welche dir besonders gut gefallen? Würdest du eine Reise auf lokale Feste ausrichten oder hat dies für dich eine weniger wichtige Bedeutung?

Pura vida!

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Marc Tschallener

Meine Frau und ich wohnen seit Dezember 2014 in der Stadt Cartago im Zentraltal Costa Ricas. Was für meine Frau eine Rückkehr in ihr Heimatland, ist für mich eine Auswanderung aus der Schweiz nach Zentralamerika. Hier arbeite ich im Tourismus-Bereich und bin dir gerne dabei behilflich deine Reise nach Costa Rica zu arrangieren.