Besuch einer Bananenplantage in Costa Rica

Vielleicht kennst du die Marke Chiquita? Die Bananen genannter Unternehmung zusammen mit anderen Anbietern aus hiesigen Plantagen machen rund einen Viertel des Imports Deutschlands aus. Die Banane ist ein absoluter Exportschlager Costa Ricas!

Und ich hab‘ so einen Anbieter persönlich besucht.

Bananen mögen es warm

Bei meiner ersten Reise in die Schweiz Zentralamerikas, 2009, durfte ich über Bekannte eine Bananenplantage in der Nähe von Limón an der Karibikküste besichtigen. Hautnah und bestimmt nicht unbedingt wie jeder andere Tourist…

Ich durfte mich nämlich in die Plantage begeben, also zwischen die etwa 3m hohen Pflanzen. Dies war – mal zumindest auf jenem Anbaugebiet – eigentlich nicht erlaubt. Der Bruder meiner Bekannten war unser Guide. Er hat mir erklärt, dass ich mich von allfälligen Spinnen fern halten soll. Die seien giftig, meinte er. Na toll.

Ah, und warm war’s. Sehr warm. In Limón resp. an der Karibikküste ist es das ganze Jahr zwischen 25 und 30° C. An besagtem Tag war es bestimmt über 30°C. Lies hier mehr über die Temperaturen der verschiedenen Zonen in Costa Rica.

Der Anbau

Interessant war der Fakt, dass eine Bananenstaude anscheinend nicht mehr als einmal Früchte produziert.

Nachdem die Ernte eines einzelnen Bündels eingebracht ist, wird diese Pflanze stehen gelassen.

Die nächste wird aber in einer vorher vordefinierten Richtung (links, rechts oder wohin auch immer) bereits nachgezogen. Oder besser, die anderen Wurzeln werden mit der Machete abgehackt. So kann sichergestellt werden, dass sich das ganze Feld, welches in meinem geschilderten Fall mehrere Hektaren riesig war, nach links oder eben rechts „bewegt“. Nach einer längeren Zeit kann der Grund, wo die erste Staude stand, wiederum verwendet werden, da diese zu diesem Zeitpunkt abgestorben sein dürfte.

Foto: Marc Tschallener

Links eine neu heranwachsende Bananenstaude | Foto: Marc Tschallener

Pestizide werden nur biologisch abbaubare verwendet. Okay, ich gehe davon aus, dass dies von Fall zu Fall anders aussieht. Generell sind die Ticos aber sehr umweltbewusst.

Die Stadien

Zuerst einmal, klar, muss der Bananenstrauch heranwachsen. Sobald dieser reif ist, bildet sich eine Art Blume, welche dann weiter reift bis man die künftigen krummen Lieblinge vieler schon erahnen kann.

Foto: Marc Tschallener

Das Anfangsstadium eines Bananenstrauchs | Foto: Marc Tschallener

Foto: Marc Tschallener

Hier kannst du die künftige Frucht bereits erahnen | Foto: Marc Tschallener

Nachdem dieses Stadium erreicht wurde, werden die Früchte mit einem blauen Beutel vor für die Früchte gefährlichen Insekten geschützt.

Einige der Früchte werden später von der Staude abgetrennt, sodass die weiteren verbleibenden gut heranwachsen. Dies hat einen weiteren, fortplfanzungstechnischen Grund. Frag mich aber bitte nicht mehr wie genau dies funktioniert (Experten?).

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Die Ernte

Wenn die Bananen schliesslich so wie auf dem folgenden Foto aussehen, sind sie schon bald zur Ernte bereit.

Quizfrage: Wie erntet man nach gutem Gedeihen die Bananen?

Einfach das Bäumchen umhauen? Könnte man. Hast du aber bedacht, dass dann auch bestimmt ein Teil der Bananen Druckstellen aufweisen, wenn nicht sogar zu Muss werden, würde?

Es ist eigentlich einfach, zugleich aber auch raffiniert.

Auf der ganzen Plantage werden dünne Seile gespannt, von welchen vor der Ernte eines an dem Zweig angebracht wird, wo die Frucht wächst. Erinnere dich, dass die Staude ja gute 3m hoch ist. Anschliessend wird mit der Machete ein X in den Stamm geschlagen, sodass sich die Staude mit der gelben Krummfrucht unter ihrem eigenen Gewicht hinunterbiegt.

Im Anschluss kann der costa ricanische Exportschlager bequem an einer Art Schienensystem zum Reinigungs- resp. Verpackungsort transportiert werden.

An diesem habe ich dann auch eine Gruppe Touristen gesehen. Denen wurde somit lediglich erklärt, was ich aus der Nähe sehen durfte.

Reinigung, Verpackung sowie Versand

Die im nächsten Foto ersichtlichen Stauden wuchsen so an einem Strauch. Hier werden diese nun in Supermarkt-konforme Grösse zugeschnitten und in ein Wasserbecken spediert.

Nach dem ersten Wasserbad, welches dem Grobwaschen dient, werden die Bananen durch Arbeiter in Qualitäten unterteilt und in das nächste Wasserbad mit einem letzten insektenfeindlichen Stoff geworfen.

Nach Europa oder auch in die USA werden ausschliesslich 1. Qualität-Früchte exportiert.

Abschliessend werden die Früchte, je nach Kunde, verpackt. Jene Plantage, die ich besuchen durfte, liegt in unmittelbarer Nähe zum Hafen Limóns. Ein LKW bringt das verpackte Gut in wenigen Minuten zum Schiff.

Die Bananen sind zum Zeitpunkt des Versandes noch grün, da diese auf dem Frachter in Richtung Zielhafen weiter reifen. Wenn sie dann in deinem Supermarkt um die Ecke angekommen sind, sollten sie perfekt zum Verzehr und gelb in der Farbe sein.

 

Botaniker kann ich mich nicht nennen, das Geschriebene wurde mir so erklärt. Falls jemand Details zur Banane mitteilen möchte, wie immer gerne! Bitte kommentiere.

Pura vida!

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Marc Tschallener

Meine Frau und ich wohnen seit Dezember 2014 in der Stadt Cartago im Zentraltal Costa Ricas. Was für meine Frau eine Rückkehr in ihr Heimatland, ist für mich eine Auswanderung aus der Schweiz nach Zentralamerika. Hier arbeite ich im Tourismus-Bereich, in einer erfolgreichen Destination Management-Agentur.

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