Costa Rica ABC

Costa Rica ABC einer Austauschschülerin

In ihrem zweiten Gastbeitrag gibt uns die Austauschschülerin Hannah Schädler einen weiteren Einblick in ihr Leben in Costa Rica. Die Schweizerin ist nun bereits seit über 8 Monaten in Costa Rica. Welche Sachen ihr hier besonders aufgefallen sind, beschreibt sie in der nachfolgenden Liste. Zum ersten Artikel: Erfahrungen Austauschjahr in Costa Rica

Costa Rica Austauschschülerin

Foto: Hannah Schädler

A – Alltag in Costa Rica

Gerne möchte dir in diesem Bericht etwas über meine alltäglichen Eindrücke hier in Costa Rica erzählen! Dazu meine Idee: Zu jedem Buchstaben habe ich versucht, Etwas zu finden, das mir Costa-ricanisch erscheint, ich jeden Tag antreffe oder in meinem Alltag als Austauschschülerin eine wichtige Rolle spielt.

B – Bus und öffentliche Verkehrsmittel

Was ich hier in Costa Rica sehr schätze, sind die Busverbindungen! Zwar sind die Fahrpläne nicht konstant, die Busse meist alt und alles nicht so organisiert wie in der Schweiz aber sie machen den Alltag leichter! Als Austauschschüler möchtest du bestimmt das Land entdecken und dabei leisten dir die Buse eine grosse Hilfe! Von San José aus erreicht man verschiedenste Destinationen für wenig Geld.

Infos über die ÖVs in Costa Rica

C – Cédula – das ständig benötigte Dokument

Wird etwas mit der Kreditkarte bezahlt, Post aufgegeben oder nach einem Ausweis gefragt, muss stets die Cédula gezeigt werden. Dies ist die Identitätskarte der Costa Ricaner. So kann geprüft werden, ob der Inhaber der Richtige ist. Da ich selbst als Ausländerin keine solche besitze, muss ich meine Schweizer ID zeigen. Natürlich sind die Verkäufer/Beamten dann jeweils etwas erstaunt und freuen sich.

Wichtige Dokumente in Costa Rica

D – Dulce de Leche – der etwas andere Brotaufstrich

Als Zwischenverpflegung streiche ich mir manchmal ein Brot mit Dulce de Leche. Dies ist eine Creme aus Milch, Zucker und Vanille, ein bisschen wie gesüsste Kondensmilch. Zwar etwas sehr süss, nach einem strengen Schultag aber manchmal genau das Richtige!

E – Einkaufen in Costa Rica

Beim Lebensmittel einkaufen inspiziere ich gespannt die verschiedenen Läden, Früchte, Menschen, Spezialitäten. Manchmal finde ich sogar Rösti, Lindt-Schokolade (mit Migros-Vertrieb auf der Rückseite), Rittersport und Toblerone in den Gestellen. Weiter gibt es natürlich viele regionale Früchte, in allen Formen und Farben, verschiedenste Getreideformen und die gewöhnlichen europäischen und amerikanischen Logos.

Lebensmittel einkaufen in Costa Rica

F – Fotocopiadora – Kopien und noch mehr Kopien

„Hannah, ocupamos copias. Puedes ir a la fotocopiadora?“

In unserem Colegio (Gymnasium) haben wir drei Kopierer, wo jeweils die Kopien der LPs kopiert, abgeholt oder Schulutensilien gekauft werden.

G – Gallo Pinto – traditionelles costa-ricanisches Essen

Den Vorurteilen entsprechend essen Costa Ricaner am liebsten Gallo Pinto zum Frühstück. Gallo Pinto ist ein Gericht aus weissem Reis und roten oder schwarzen Bohnen. Dazu wird Salat, Fleisch oder Rührei gegessen. Bei uns zuhause ist stets etwas Pinto im Kühlschrank, Toast oder Rühreier werden jedoch bevorzugt.

Typisches costa-ricanisches Essen

H – „Hora Tica“ – Pünktlichkeit ist nicht des Ticos Stärke

An etwas was ich mich tatsächlich gewöhnen musste ist die typische „Hora Tica“. Hier spielt die Pünktlichkeit nicht wirklich eine wichtige Rolle. Ich habe gemerkt, dass dies tatsächlich den Alltag etwas erleichtert und bin froh, nicht gleich eine Absenz zu kassieren, wenn der Bus morgens später als erwartet kommt!

I – Insel ist Costa Rica nicht, hat aber welche

Costa Ricas Fläche setzt sich nicht nur aus dem Festland zusammen, sondern auch auf vielen kleineren Inseln. Auf den Inseln gibt es viele Tauchangebote.

K – Kluft… zwischen arm und reich

Schon bei einer meiner ersten Fahrten durch Costa Rica fiel mir die grosse Kluft zwischen Arm und Reich auf. Die Häuser sind kleiner, einfacher gebaut und säumen oft eine Stadtgrenze. Die mittleren und oberen Bevölkerungsschichten leben zum grossen Teil im Valle Central und in den entsprechenden Städten.

L – Lehrer meiner Schule

Die lockere Beziehung zwischen Lehrer und Schüler hat mich von Anfang an fasziniert: die Klasse ist eine grosse Familie, es werden Selfies mit den Lehrpersonen geschossen und über persönliche Probleme gesprochen.

M – Mentalität der Ticos

Ein einfaches „Pura Vida“ ist für die Ticos nicht nur ein Motto, eine Begrüssung oder ein lässiger Schriftzug auf Souvenirs. Ich finde diesen Slogan bringt ein Stück weit die Mentalität vieler Costa Ricaner zum Ausdruck. Schade, dass wir in der Schweiz kein so allgemeines Motto haben!

Lies auch: Wie sind die Ticos?

N – Naturschutz mit 26 Nationalparks

In Costa Rica steht 25% des Landes unter Naturschutz. Etwa die Hälfte dieses Naturschutzes wird von Nationalparks eingenommen, Costa Rica hat 26 Nationalparks.

Ein Drittel der Fläche Costa Ricas ist durch Nationalparks geschützt. Diese sind vor allem so speziell, da durch die klimatischen Unterschiede im Land und Höhenunterschiede eine abwechslungsreiche Fauna und Flora beobachtet werden kann. Diese unterschiedlichen Klimas erstaunen mich noch immer!

Infos über die Nationalparks

Naturschutz in Costa Rica

Foto: Hannah Schädler

Ö – Ökologie hat einen hohen Stellenwert

Costa Rica legt grossen Wert auf die Ökologie und Natur, die dieses kleine Land zu bieten hat. Ich bin immer wieder beeindruckt von der vielfältigen Natur und mit wie viel Liebe und Mühe die Ticos ihr Reich schützen. Viele ausländische Freiwillige, die sich für diese Art von Landwirtschaft interessieren, arbeiten hier.

P – „Permisos“ – Alles muss genehmigt werden

In meinem Schulalltag spielen „Permisos“ eine wichtige Rolle. Da die Schulregeln sehr strickt sind, muss für verschiedenste Dinge eine solche „Genehmigung“ ausgefüllt werden. Wenn deine Schuluniform vom starken Regen während der Regenzeit nass ist und du sie am folgenden Tag nicht tragen kannst, bringst du einfach einen unterschriebenen „Permiso“ mit.

S – San José – Hauptstadt von Costa Rica

San José oder „Chepe“, wie man die Stadt hier liebevoll nennt, ist die Hauptstadt Costa Ricas. San José ist keine wirklich schöne Hauptstadt, es gibt jedoch einige Sehenswürdigkeiten die nicht ausgelassen werden dürfen (Teatro National, Mercado Central, und einige Museen). Es lohnt sich, etwas tiefer zu graben, um die versteckten schönen Seiten der Stadt zu entdecken.

T – Touristen fallen irgendwie auf

Touristen trifft man hier in Costa Rica an jedem Hotspot an, die meisten von ihnen aus Europa oder den USA. Ich finde es lustig, wie einfach es ist, diese Touristen zu entdecken: mit Sonnenbrille im Haar, Reiseführer in der Hand und Kamera umgehängt. Sehen wir in den Ferien auch so aus?

U – Uniform ist Pflicht in der Schule

Jede Schule hier in Costa Rica besitzt gewisse Regeln für die Uniform, wie sehr diese Regel eingehalten werden, variiert je nach Schule. Ich trage ein T-Shirt mit Logo der Schule, schwarze lange Hosen, Socken und Schuhe. Zudem darf keinen Schmuck, kein Nagellack und kein Makeup getragen werden, die Haare der Jungs dürfen nicht zu lange sein und der Pullover (für kältere Tage) muss ebenfalls schwarz sein.

V – Valle Central – Das Herz des Landes

Auf den mit Kaffee bepflanzten Hängen des Valle Central, befindet sich das wahre Herz Costa Ricas. Meine Familie lebt hier und mehrheitlich bewege ich mich hier. Auch die Städte Cartago, Heredia und Alajuela liegen in diesem Tal. Mir hat es im Valle de Orosi sehr gefallen!

W – Wale siehst du ebenfalls in Costa Rica

Zahlreiche Walarten darunter Orcas, Blau- und Pottwale kommen von der Nord- und Südhalbkugel nach Costa Rica. Bei einem Ausflug an die südliche Pazifikküste mit meiner Gastfamilie, hatten wir das Glück, tatsächlich Buckelwale in den Wellen zu entdecken! Das war ein einzigartiges und sehr eindrückliches Erlebnis.

Wale sehen in Costa Rica

Fazit

Ich habe in meinem Austauschjahr nicht nur die Kultur, Sprache und Lebensweise der Ticos kennengelernt sondern auch viel erfahren. Ich habe gemerkt, wie sehr wir den hohen Lebensstandard in der Schweiz geniessen und schätzen müssen.

Einfache Dinge, die wir in unserem Alltag vielleicht gar nicht bemerken: wie einfach wir in Zürich mit einem Zug in eine andere Stadt fahren können, welche schulischen Möglichkeiten jeder von uns hat, wie wichtig die Familie ist und so weiter.

Ich hoffe, Dir hat dieser Einblick in meine persönlichen Erlebnisse als Austauschschülerin gefallen! Noch bin ich bis Juni 2018 hier und freue mich auf die letzten drei Monate.

Weitere Infos zum Austauschjahr in Costa Rica

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Dani Schenker

Ich lebe seit Januar 2008 in Costa Rica, seit 2013 sogar ganz offiziell, mit Aufenthaltsbewilligung und alles was dazu gehört. Meinen Lebensunterhalt verdiene ich mit diversen Internetdienstleistungen. Ich wohne mit meiner Familie in Paraíso, in der Nähe von Cartago.

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